INFO BALI
Die Insel der Götter

Bali – eine unter Tausenden von Süd-Ost-asiatischen
Inseln zwischen Singapore und Australien, oder –falls man den gesamten Pazifik
einbezieht- bis zur Westküste von Südamerika. Eine relativ kleine Insel
mit 960km2, oder 120km breit, mal 80km lang, aber bekannt in der ganzen Welt.
Was ist ihre Besonderheit? Was ist ihr aussergewöhnlicher Status in einer
streng organisierten „Republik Indonesien“, mit seinen 30 000 Inseln?
Bereits 1920, wurde diese kleine Insel häufig von “Touristen”
besucht. Künstler, Noblesse, Ethnologen und Abenteurer der “rolling
Twenties” der zwanziger Jahre, nahmen weite Seereisen auf sich um die
“Insel der Götter” zu besuchen. Manche kamen in weissem Leinen
mit Tropenhelmen und hölzernen Überseekoffern – und blieben,
integriert in kleine Dörfer, um von da an nur noch Sarong und Sandalen
zu tragen. Manche bis ans Ende ihres Lebens.
Bali, aus der Perspektive von Reisemagazinen und Katalogen
gesehen, ist “a beautiful, peaceful, smiling island of the gods”.
Und da ist was dran: täglich wird man von “Fremden” angelächelt
und angesprochen, täglich beten die Einheimischen zu ihren Göttern
und bringen ihnen inmitten einer bunten tropischen Szenerie geflochtene, blumenreiche
Opfer dar.
Und: da ist mehr dran an dieser Insel als tropische Landschaft und fotogene
Reisfelder.
Bali hat eine Art (=Kunst) die dunkle Seite, die Dämonen,
die sozialen Konflikte und individuellen Aggressionen im täglichen Leben
zu integrieren. Die Tradition erhebt diese oftmals abgespaltenen Teile des sozialen
Lebens in das kollektive Bewusstsein, durch die Kunst. Das gibt Bali sein aussergewöhnliches
Ambiente.
Diese eine –aus 27 indonesischen Provinzen- ist eine
HINDU Kultur. Mitten unter 26 Provinzen mit vorwiegend moslemischer Kultur,
und einem Konglomerat aus Christen, Animisten, und Islam, erhält Bali eine
Hindukultur am Leben, mit all seinen Ritualen, Zeremonien und Festlichkeiten
die das tägliche Leben begleiten. (Und mitunter bestimmen).
Weit entfernt von dem Idealbild des einladenden, immer lächelnden
Blumenmädchens, das von den Postern des lokalen Reisebüros herunterlächelt
(das übrigens bereits in den 30er Jahren für Bali geworben hat, und
somit Bali seinen Stempel gab), sind die einheimischen Balinesen ein rauhes
Volk. Rau untereinander, in endlosen lokalen Kriegen mit Keulen und „Kris“,
dem traditionellen Dolch, und rau mit den Eindringlingen, wie Holländer,
Portugiesen, Japaner und anderen „Anlegern“ auf Schiffen im 16.
und 17. Jahrhundert. Ein königlicher Erlass aus dem 15.Jahrhundert besagt,
dass keinem ausserbalinesischen Schiff, Boot, Kahn das „Berühren“
des Strandes der gesamten Insel erlaubt sei, und falls es einer wagen sollte
den Strand zu berühren, das Boot (und die Besatzung) der Plünderung
freigestellt ist.
Jedoch scheint ihre Rohheit und Aggression kanalisiert zu
sein in die vielfältigen Zeremonien mit Tänzen, die Kämpfe für
die Götter beinhalten, in Musik und Theater, in Holzschnitzereien die Dämonen
und hungrige Geister zeigen – weit entfernt vom oben-ohne- Blumenmädchen
der ersten Poster. Oben-ohne war, und ist, keine Anmache, sondern ein menschliches
Bedürfnis die Kleider abzulegen wenn es bei der Arbeit im Reisfeld heiss
wird, oder am späten Nachmittag das Bad im Bewässerungskanal (neben
der Strasse) genommen wird. Nur die Vermarktung durch Hollywood in den 40er
und 50er Jahren mit Filmen die in Bali gedreht wurden, haben das malerische,
halbnackte Mädchen im Sarong stilisiert und ein Image aufgebaut, das noch
heute Teil von Bali’s Image ist: Die Insel der Götter.
Inzwischen haben Terroristen-Organisationen Bali als Zielscheibe
ihres Kampfes entdeckt und missbraucht. Islamische Fundamentalisten stossen
sich an der Lebenslust und dem anstössigen Life style des gewöhnlichen
Hindu, und erst recht am Nachtleben und dem touristischen Rummel auf der Nachtmeile
in Kuta. Daher wurden Anschläge auf Hochburgen dieses „verrottenden“
Lebensstil vorgenommen, um einerseits die Repräsentanten des westlichen
(Nicht-Halal)-Lebens gesammelt zu erwischen (200 in einem Nachtklub),und andererseits
dem hinduistischen Nachbarn einen Denkzettel zu verpassen. Die gute Wirtschaftsentwicklung
durch den Tourismus war den „anderen Indonesiern“ sowieso ein Dorn
im Auge. Ein bisschen Wirtschaftsrückgang bringt sie vielleicht auf den
Boden (des Koran). Leider ging die balinesische Wirtschaft dabei in die Knie,
nicht aber die Religion und die Tradition. Es ist eher ein Rückbesinnen
auf die eigenen Werte in Bewegung gekommen.
Bali exportiert keine Güter und kann sich nicht einmal
mit eigenem Reis ausreichend ernähren, der Tourismus war und ist die Basis
des relativen Wohlstandes auf der Insel. Nach den Bombenanschlägen islamischer
Aktivisten ist diese Basis ins Wanken geraten. Viele Familien, deren arbeitende
Mitglieder „Zulieferer“ des Tourismus waren, sind arbeitslos.
Vom Güter- und Personen Transport , über Dienstleistung und Landwirtschaft
bis zu Baustoffen und Elektronik – wenn der Gast (Tourist) „nichts
kauft“, dann kann auch kein Einheimischer was kaufen. Die Binnenwirtschaft
ist zusammengebrochen. Investitionen kommen vom Ausland.
In dieser mittellosen Epoche kauft der ausländische Investor
natürlich besonders preiswert: Kunstgegenstände, Handarbeiten, Möbel,
und Land/ Grundstücke auf die dann Villen gebaut werden, die an Ausländer
(preisgünstig) verkauft werden.
www.lifestylebali.com
Lifestyle Bali – für Sie in zweifacher Bedeutung:
* Der Lebensstil den das traditionelle Bali lebt – vom Morgengebet bis
zur Leichnamverbrennung.
* Der Lebensstil, den Neuankömmlinge etabliert haben, in moderner Architektur
und westlichem Lebensstil, auf der Bühne einer Süd-Ost-Asiatischen
Insel.
Diese website berichtet aus beiden Welten, nicht um zu vereinen, sondern um
mögliche Kombinationen aufzuzeigen zwischen dem modernen Lebensstil der
„Expats“, den Ausländern, und dem traditionellen Stil, den
Balinesen in ihrem Alltag leben.
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