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  September 6, 2010

INFO BALI

Die Insel der Götter

Bali – eine unter Tausenden von Süd-Ost-asiatischen Inseln zwischen Singapore und Australien, oder –falls man den gesamten Pazifik einbezieht- bis zur Westküste von Südamerika. Eine relativ kleine Insel mit 960km2, oder 120km breit, mal 80km lang, aber bekannt in der ganzen Welt. Was ist ihre Besonderheit? Was ist ihr aussergewöhnlicher Status in einer streng organisierten „Republik Indonesien“, mit seinen 30 000 Inseln?

Bereits 1920, wurde diese kleine Insel häufig von “Touristen” besucht. Künstler, Noblesse, Ethnologen und Abenteurer der “rolling Twenties” der zwanziger Jahre, nahmen weite Seereisen auf sich um die “Insel der Götter” zu besuchen. Manche kamen in weissem Leinen mit Tropenhelmen und hölzernen Überseekoffern – und blieben, integriert in kleine Dörfer, um von da an nur noch Sarong und Sandalen zu tragen. Manche bis ans Ende ihres Lebens.

Bali, aus der Perspektive von Reisemagazinen und Katalogen gesehen, ist “a beautiful, peaceful, smiling island of the gods”. Und da ist was dran: täglich wird man von “Fremden” angelächelt und angesprochen, täglich beten die Einheimischen zu ihren Göttern und bringen ihnen inmitten einer bunten tropischen Szenerie geflochtene, blumenreiche Opfer dar.
Und: da ist mehr dran an dieser Insel als tropische Landschaft und fotogene Reisfelder.

Bali hat eine Art (=Kunst) die dunkle Seite, die Dämonen, die sozialen Konflikte und individuellen Aggressionen im täglichen Leben zu integrieren. Die Tradition erhebt diese oftmals abgespaltenen Teile des sozialen Lebens in das kollektive Bewusstsein, durch die Kunst. Das gibt Bali sein aussergewöhnliches Ambiente.

Diese eine –aus 27 indonesischen Provinzen- ist eine HINDU Kultur. Mitten unter 26 Provinzen mit vorwiegend moslemischer Kultur, und einem Konglomerat aus Christen, Animisten, und Islam, erhält Bali eine Hindukultur am Leben, mit all seinen Ritualen, Zeremonien und Festlichkeiten die das tägliche Leben begleiten. (Und mitunter bestimmen).

Weit entfernt von dem Idealbild des einladenden, immer lächelnden Blumenmädchens, das von den Postern des lokalen Reisebüros herunterlächelt (das übrigens bereits in den 30er Jahren für Bali geworben hat, und somit Bali seinen Stempel gab), sind die einheimischen Balinesen ein rauhes Volk. Rau untereinander, in endlosen lokalen Kriegen mit Keulen und „Kris“, dem traditionellen Dolch, und rau mit den Eindringlingen, wie Holländer, Portugiesen, Japaner und anderen „Anlegern“ auf Schiffen im 16. und 17. Jahrhundert. Ein königlicher Erlass aus dem 15.Jahrhundert besagt, dass keinem ausserbalinesischen Schiff, Boot, Kahn das „Berühren“ des Strandes der gesamten Insel erlaubt sei, und falls es einer wagen sollte den Strand zu berühren, das Boot (und die Besatzung) der Plünderung freigestellt ist.

Jedoch scheint ihre Rohheit und Aggression kanalisiert zu sein in die vielfältigen Zeremonien mit Tänzen, die Kämpfe für die Götter beinhalten, in Musik und Theater, in Holzschnitzereien die Dämonen und hungrige Geister zeigen – weit entfernt vom oben-ohne- Blumenmädchen der ersten Poster. Oben-ohne war, und ist, keine Anmache, sondern ein menschliches Bedürfnis die Kleider abzulegen wenn es bei der Arbeit im Reisfeld heiss wird, oder am späten Nachmittag das Bad im Bewässerungskanal (neben der Strasse) genommen wird. Nur die Vermarktung durch Hollywood in den 40er und 50er Jahren mit Filmen die in Bali gedreht wurden, haben das malerische, halbnackte Mädchen im Sarong stilisiert und ein Image aufgebaut, das noch heute Teil von Bali’s Image ist: Die Insel der Götter.

Inzwischen haben Terroristen-Organisationen Bali als Zielscheibe ihres Kampfes entdeckt und missbraucht. Islamische Fundamentalisten stossen sich an der Lebenslust und dem anstössigen Life style des gewöhnlichen Hindu, und erst recht am Nachtleben und dem touristischen Rummel auf der Nachtmeile in Kuta. Daher wurden Anschläge auf Hochburgen dieses „verrottenden“ Lebensstil vorgenommen, um einerseits die Repräsentanten des westlichen (Nicht-Halal)-Lebens gesammelt zu erwischen (200 in einem Nachtklub),und andererseits dem hinduistischen Nachbarn einen Denkzettel zu verpassen. Die gute Wirtschaftsentwicklung durch den Tourismus war den „anderen Indonesiern“ sowieso ein Dorn im Auge. Ein bisschen Wirtschaftsrückgang bringt sie vielleicht auf den Boden (des Koran). Leider ging die balinesische Wirtschaft dabei in die Knie, nicht aber die Religion und die Tradition. Es ist eher ein Rückbesinnen auf die eigenen Werte in Bewegung gekommen.

Bali exportiert keine Güter und kann sich nicht einmal mit eigenem Reis ausreichend ernähren, der Tourismus war und ist die Basis des relativen Wohlstandes auf der Insel. Nach den Bombenanschlägen islamischer Aktivisten ist diese Basis ins Wanken geraten. Viele Familien, deren arbeitende Mitglieder „Zulieferer“ des Tourismus waren, sind arbeitslos.
Vom Güter- und Personen Transport , über Dienstleistung und Landwirtschaft bis zu Baustoffen und Elektronik – wenn der Gast (Tourist) „nichts kauft“, dann kann auch kein Einheimischer was kaufen. Die Binnenwirtschaft ist zusammengebrochen. Investitionen kommen vom Ausland.

In dieser mittellosen Epoche kauft der ausländische Investor natürlich besonders preiswert: Kunstgegenstände, Handarbeiten, Möbel, und Land/ Grundstücke auf die dann Villen gebaut werden, die an Ausländer (preisgünstig) verkauft werden.


www.lifestylebali.com
Lifestyle Bali – für Sie in zweifacher Bedeutung:
* Der Lebensstil den das traditionelle Bali lebt – vom Morgengebet bis zur Leichnamverbrennung.
* Der Lebensstil, den Neuankömmlinge etabliert haben, in moderner Architektur und westlichem Lebensstil, auf der Bühne einer Süd-Ost-Asiatischen Insel.

Diese website berichtet aus beiden Welten, nicht um zu vereinen, sondern um mögliche Kombinationen aufzuzeigen zwischen dem modernen Lebensstil der „Expats“, den Ausländern, und dem traditionellen Stil, den Balinesen in ihrem Alltag leben.


© 2003 Bali Garden Villas